zum Konzert in der Stiftskirche

Autor: Bernd Neuschl | Medium: Badische Neue Nachrichten | Datum: März 2012

Für einen Abiturienten am Melanchthongymnasium gibt es zwischen den Prüfungen viele Möglichkeiten, die rare wie wertvolle Freizeit zu genießen. Luis Weißenrieder pfeift aber auf Erholungspausen und bläst lieber Carl-Maria von Webers „Concertino für Klarinette und Orchester“. Dieses romantische Kabinettsstückchen erweckte er in der Brettener Stiftskirche mit eifriger Energie zum Leben. Die Rückendeckung vom Sinfonieorchester am MGB beflügelte ihn zu solistischer Eleganz: Mal samtig tupfend, mal präzise perlend fabrizierte er flinke Tonfolgen, die mit flackernden Trillern aufblühten. Das Orchester servierte die idyllischen Beilagen äußerst feinfühlig und facettenreich: Lyrisch und dennoch lustvoll, kraftvoll und dennoch konzentriert. Der Beifall prasselte herzlich und reichlich auf Solist und Orchester herein. Anschließend erfüllte spanisches Flair den sakralen Raum: Ein flirrendes Glühen züngelt in der „Prélude“ aus den Saiten der Violinen. Cellisten mischen eine melancholische Melodie dazu. Dirigentin Carolin Wandel vermag mit George Bizets „Carmen“ ein temperamentvolles Spektrum an rassigen Raffinessen aufzufächern. Die Dynamischen Steigerungen der „Aragonaise“ waren hervorragend ausgearbeitet. Weiterlesen

Bericht MGB Sinfonieorchester 2013

Wer an Beethoven denkt, hat in erster Linie jubelnde Brillanz in den Ohren. Gänzlich andere Saiten zog das Sinfonieorchester Bretten am Melanchthongymnasium auf: Die als Auftakt aufgewühlt interpretierte „Coriolan-Ouvertüre“ zählt nicht zur Tabellenspitze orchestraler Freudenausbrüche. Das Sujet ist derart düster und dramatisch, dass man nur staunen konnte, mit wie viel Ernst und Empathie die vielen jungen Musiker den Notentext verinnerlicht hatten. Dirigentin Carolin Wandel ließ die wuchtigen Schläge präzise platzen.

Der vorwärtstreibende Spannungsbogen wurde mit scharfen Bogenstrichen nicht vergeigt und die Holzbläser sorgten gar für lyrisch aufmunternde Momente. Mit einem dezenten Pizzicato setzten die Streicher einen spitzen Schlusspunkt. Antonin Dvořáks fünfteilige „Tschechische Suite“ zeigte einmal mehr das positive Entwicklungspotential des Orchesters auf. Anmutig die Idylle des ersten Satzes. Weiterlesen

Sinfonieorchester 13.- 15.01.2012 in Neckarzimmern

Schwerfällig kriecht der Bus den Berg hoch zur Tagungsstätte d. evg. Jungend.

Vollgepackt, nicht nur mit Musikern, ihren Instrumenten, Koffern, sondern er hat auch noch einen „boeuf sur le toit“ ! Im Geiste schielt Götz von Berlichingen von seiner Burg Hornberg misstrauisch, was sich da in seiner Nachbarschaft niederlässt. Das Ziel Tagungsstätte ist erreicht. Wie immer: Zimmerverteilung, Betten beziehen, Abendessen und dann mit Elan in die erste Probe. Das Klarinettenkonzert, Es-Dur von Carl Maria von Weber liegt auf den Notenpulten.

Unsere Dirigentin Carolin Wandel beginnt – Allegro risoluto – zu dirigieren. Grazioso – den Tempi – giusto – arbeitet sie sich mit Luis – con brio – durch das Konzert. Unser Orchestermitglied Luis Weißenrieder ist der herausragende Solist. Seine perlenden Läufe und sein einfühlsames Spiel begeistern uns. Zum Schluss hat er sich den Applaus des Orchesters redlich verdient. Einige Zeit proben wir noch weiter, doch nach einem langen Schul- und Arbeitstag lässt die Konzentration – morento -, drei Stunden sind vergangen, nach und die Instrumente werden eingepackt. Weiterlesen

Zwischen schwebender Schwerelosigkeit und pompöser Schwerkraft

Autor: Maroje Culinovic | Datum: 18.04.2008

Das Sinfonieorchester Bretten am Melanchthon-Gymnasium mit gelungener Premiere in Oberderdingen. „Am Anfang ist man nervös, weil man nicht weiß, wie das Publikum auf die Stücke reagieren wird, doch nach dem ersten Stück legt sich das wieder und es macht dann auch richtig Spaß.“ Dieser Kommentar stammt von Marie Schneider, Schülerin des Melanchthon-Gymnasiums und Cellistin im Sinfonieorchester Bretten am Melanchthongymnasium, die sichtlich zufrieden mit dem soeben absolviertem Auftritt in der Laurentius-Kirche in Oberderdingen ist. Doch Spaß macht es nicht nur zu spielen, auch dem Orchester zuzuschauen und –hören bereitet Kurzweil. Ein besonderer Anblick ist es, wenn Schülerinnen und Schüler zusammen mit Ehemaligen, Eltern, Lehrern und Freunden fernab von jeglicher Generationentrennung zusammen ein Programm von sinfonischer Musik darbieten und voll Motivation und Hingabe dem Publikum fühlbar nahe bringen. Weiterlesen