Chronik

Sinfonieorchester gibt es viele, doch dieses Sinfonieorchester am Melanchthon-Gymnasium in Bretten ist etwas Besonderes,
denn es ist ein „Orchester der Generationen“. Wieso dieser Name? Die Musiker, die sich zum Spielen zusammen gefunden haben,
sind Schüler, Ehemalige, Lehrer, Dozenten, Eltern, Freunde und vom jüngsten Spieler mit 15 Jahren, bis zum ältesten Spieler
mit 80 Jahren. Generationenprobleme gibt es keine, sondern es ist ein wunderbar harmonisches Zusammenspiel und ein sehr
positives Miteinander um zu musizieren. Eine Gemeinschaft, wie sie nicht häufig zu finden ist.

Dazu der Leitgedanke von Kirstin Kares (Dirigentin von 2003-2011):
Das Sinfonieorchester Bretten am Melanchthon-Gymnasium unterstützt den Bildungsauftrag der Schule,
indem es musikalisch hoch begabten und motivierten Schulerinnen und Schüler zusammen mit Ehemaligen,
Eltern, Lehrern und Freuden die Gelegenheit zum Erarbeiten und Aufführen sinfonischer Musik bietet.
Streicherklassen, Schulorchester und das Sinfonieorchester bilden ein in sich geschlossenes Konzept,
in dem die im Leitbild der Schule angeführten Kompetenzen in besonderem Maße vermittelt werden.

Die mit der Jungenmusikschule Bretten bestehende Kooperation sichert die Qualität der Ausbildung.
Unter der Leitung von Oberstudienrätin Kirstin Kares als Dirigentin wurde das Sinfonieorchester am Melanchthon-Gymnasium
2003 ins Leben gerufen und auch vorher gab es schon einige Konzerte unter dem Namen Instrumentalmusik. Am 27.2.2003 wurde
ein besonderes Konzert geboten: ein „Gesprächskonzert“ in dem Schüler und Oberstudienrat Robert Gervasi, unser Konzertmeister,
den Zuhörern die 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit den einzelnen Sätze und ihrem typischen Motiven, erläuterten -
„ein hörenswertes Klangerlebnis“ laut Pressekritik. Am 20.11.2004 gab also das „Sinfonieorchester Bretten am Melanchthon-
Gymnasium“ in der Stadtparkhalle zum Gedenken an die Verleihung der Stadtrechte an Bretten vor 750 Jahren seine Premiere.
Auf dem Programm standen Mozarts Jupiter-Sinfonie und Ferdinand Ries’ 1. Sinfonie. Das Orchester nahm einen großartigen
Aufschwung, der sich in den Kritiken nach den Konzerten zeigte:

  • „Gedämpfte Streichermelodien und wilde furiose Rhythmen. Begeisterter Applaus der nicht enden wollte“. 2005
  • „Wenn alte Hasen mit Frischlingen musizieren“ 2006
  • „Gänsehautstimmung bei Kraus und Mozart. Sie haben völlig fasziniert zugehört.“
    (Konzert in der Maulbronner Stadthalle) 2006
  • „Klassische Alternative mit Pulverdampf und Glockengeläut“ (Peter und Paulsfest) 2009
  • „mit stürmischem Applaus vor großem Publikum“ (Sommerkonzert auf der Ravensburg) 2009
  • „hohe Erwartungen noch übertroffen“ (Konzert in der Stiftskirche Bretten) 2010
  • „Mit viel Können und Enthusiasmus….“ 2011
  • „Sinfonieorchester lädt zu zwei feurigen Konzerten, überzeugte mit feinfühligem und facettenreichem Programm,
    mit Applaus überhäuft“ 2012
  • „Ganz großes Konzertereignis Händels „Messias“ Behutsamer Bogenstrich und weichen Klangteppich,
    bis zum prachtvoll jubelnden „Halleluja“. Prasselnder Applaus“. 2012
  • „Rauschende Fiesta für die Ohren. Beethoven, Dvorák, Ney Rosauro und Arturo Márquez” 2013

Es würde zu weit führen wollte man alle Kritiken anführen, die unserem Orchester für monatelanges intensives und konzentriertes
Proben ein so positives Erfolgserlebnis schenkten. Nicht zu vergessen unsere Probenwochenenden im Januar! Ob es nun im
Winterwunderland des Allgäus im Kloster Ochsenhausen. In den alten ehrwürdigen barocken Klostermauern, mit seinen hallenden
Kreuzgewölben und seinen zauberhaften vielfältigen Malereien oder in Neckarzimmern, hoch über dem Neckartal, im Schatten
der antiken Burg „Götz von Berlichingen“, stattfindet, jedes mal ist es ein unglaublich schönes und produktives Beieinander,
mit sehr anstrengenden Proben. Später die lustigen Abende am flackernden Kaminfeuer oder im uralten Gewölbekeller des Klosters,
mit viel Gelächter und Erzählen. Die jungen Musiker ereifern sich mit viel Spaß Tischfußball, Karten, usw. Probentage die uns immer
ein großes Stück, in der Bearbeitung der Konzertreihe vorwärts bringen und mit viel Begeisterung am Musizieren. Ein Leben ohne Musik?
Es wäre nur ein halbes Leben!

Ende des Jahres 2011 gab es einen Dirigentenwechsel. Kirstin Kares gab den Dirigentenstab vorerst an die junge Kollegin
Carolin Wandel weiter. „Auf in den Kampf Torero“ – mit Bizets Carmen Suite und unglaublichem dynamischen Schwung und Elan widmet
sich Carolin Wandel der Aufgabe unser Orchester zu leiten. Unsere gespannten Erwartungen auf die neue Dirigentin wurden nicht
enttäuscht, sondern es war von Anfang an ein sehr positives Miteinander. Ein Konzerterlebnis der besonderen Art wurde der
Messias von Händel, eine Aufführung in Kooperation mit der Bezirkskantorei Bretten unter der Leitung von Bärbel Tschochohei.
200 Sänger, darunter der MGB Chor unter der Leitung von Marianne Abele, Solisten und unser verstärktes Orchester,
haben sich mit Bravour der Herausforderung gestellt und sie hervorragend gemeistert. Konzerte mit Dvoràk, Beethoven,
einem virtuos gespielten Marimbakonzert waren 2013 in Bretten und Oberderdingen ein Höhepunkt.
Eine neue Konzertsaison für 2014 steht auf dem Programm, die neunte Sinfonie „Aus der neuen Welt“ von Dvoràk und das
Klavierkonzert in a – Moll von E. Grieg stehen bis jetzt auf unseren Notenpulten. Wir freuen uns auf diese neue Herausforderung!

Helga Eisner